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Wenn Sie Anglizismen verwenden, dann aber bitte richtig!

Ein Beitrag der Huffington Post von Franca Lavinia Meyerhöfer
Veröffentlicht: 23/10/2014 18:00 CEST Aktualisiert: 23/10/2014 21:31 CEST

Anglizismen sind böse und ruinieren die deutsche Sprache und wir sollten diesen Abschaum von Wort eigentlich gar nicht verwenden. Schon klar. Trotzdem sind Anglizismen überall. Die Lehnwörter aus dem Englischen erleichtern uns die Kommunikation, wenn gerade mal kein passendes deutsches Wort da ist – oder wir zu faul sind, eines zu suchen. Also sollten wir aufhören zu haten und die Anglizismen einfach accepten, wie sie sind…

Ok, in Maßen. Übertreiben sollten wir es mit den eingedeutschten Wörtern nicht, aber ganz können wir nicht auf sie verzichten.
Aber wie konjugiert man eingedeutschte Verben?
Hier mal ein paar Beispiele für Anglizismen, die es schon so lange gibt und die sich so gut in die deutsche Sprache eingefügt haben, dass wir kaum noch merken, dass es sich bei ihnen um Lehnwörter aus dem Englischen halten:
Filmen, parken, starten, stoppen, testen, und so weiter.
Schwieriger wird es bei neueren Anglizismen, wie liken, checken, twittern, managen, timen oder googeln.  Einige von ihnen scheinen nur in gesprochener Sprache konjugierbar. Allen voran: liken.
Einfach ist es noch in der ersten Person: Ich like.
Aber dann?
Du likest? Er liket? oder du likst? Er liked?
Tatsächlich ist es aber ganz simpel. Der Duden hat der Einfachheit halber entschieden, die Worte strikt wie deutsche Worte zu konjugieren. Und zwar alle. Liken wird also genauso konjugiert wie zum Beispiel filmen.
Es heißt also: Ich like, du likst, er likt, wir liken, ihr likt, wir liken.
Das sieht zugegebenermaßen furchtbar aus, da das Auge beim Lesen quasi darüber stolpert, dass das “e” wegfällt. Aber das Auge gewöhnt sich daran und außerdem ist es doch mal schön, wenn es keine Ausnahme in einer Regel der deutschen Grammatik gibt, oder?

Apropos Ausnahme, Anglizismen, die auf -eln enden, sind ein bisschen eigen. Zum Beispiel googeln. Hier heißt es: Ich google, du googelst, er googelt, wir googeln, ihr googelt, sie googeln.
Gleiches gilt für recyceln, canceln und alle anderen Worte, die auf -eln endeln.
Das ist dann aber auch wieder ganz regelmäßig.
So, wieder was gelernt.

Über Facebook, Freunde und die deutsche Sprache

Über Facebook, Freunde und die deutsche Sprache

Warum bin ich nicht so richtig mit hunderten von Leuten vernetzt? Warum findet man mich nicht in Foren oder „Communities“? Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt und wollte mir nie den wirklichen und wahren Grund eingestehen.

Eigentlich sind es ja zwei Gründe, die mich wohl auch weiterhin davon abhalten, „Freunde“ zu sammeln und mich in sozialen Netzwerken so richtig einzubringen. Der erste Aspekt sind die „Freunde“. Der zweite Aspekt ist die Ausdrucksstärke der Einträge / Kommentare, die in 8 von 10 Fällen auf einer Skala von 0 bis 10 bei 0 verbleiben.

Der Begriff „Freund“ wird heute üblicherweise inflationär benutzt. Mir widerstrebt, jemanden so zu bezeichnen, der höchstens ein guter, wenn nicht sogar nur ein weitläufiger Bekannter ist. Natürlich ist das eine Frage der Definition. Aber ist es nicht so, daß Freunde zum sozialen Leben gehören? Man hat sich irgendwann einmal kennengelernt, im Urlaub, bei Veranstaltungen, oder hat gemeinsam etwas durchgestanden. Eine Freundschaft ist wichtig, sie hat häufig stark verbindende Elemente und jeder sollte sich wirklich die Frage stellen, welcher aus dem Freundeskreis so verläßlich ist und zu einem steht, wenn es bei einem selbst mal nicht so gut läuft. Gibt es da jemanden, der einen selbst vor der Polizei verstecken würde? Wie wichtig echte Freunde sind, weiß man erst, wenn sie einen verlassen. Eine zutiefst bittere und enttäuschende Erfahrung. Geschiedene Freunde hinterlassen fast immer eine echte Gefühlslücke.

Fällt einem Freundesammler auf Facebook aber tatsächlich auf, wenn die z. T. lange Liste einen Freund weniger ausweist? Was ist mit der Gefühlslücke? Ich unterstelle also, dass es sich bei Facebook und Co nicht immer um echte Freunde handelt, eher Bekannte. Und deshalb bin ich nicht bereit, einer unter vielen zu sein, eine Art Trophäe. In einer Sammlung von Leuten, mit denen mich nicht nur nichts verbindet, die aber womöglich auch noch Freundesfreunde enthält, mit denen ich aus den unterschiedlichsten Gründen nichts zu tun haben möchte (und sie mit mir wohl auch nicht).

Deshalb gehen ja viele Facebook Teilnehmer dazu über, ihre Freunde zu verstecken. Erst nachdem eine Freundschaftsanfrage positiv beantwortet wird, entdeckt man die Kontakte. Eine Schlangengrube, die sich da vielleicht auftut. Warum versteckt man seine Freunde? Ich glaube, in erster Linie, um sich deren Grammatik und Artikulation und Umgangstones nicht schämen zu müssen. Haben Sie schon mal bewußt Kommentare, Meldungen, und Nachrichten bei Facebook, aber auch in den Kommentarfeldern bei Focus, Stern, Spiegel aufmerksam gelesen?

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich bin gewiß kein ausgesuchter Kenner der deutschen Sprache. Aber ich mag sie und versuche, sie so gut es geht zu nutzen. Ich versuche, Fehler zu vermeiden. Warum? Nun, ein vernünftiger Schreibstil und eine angemessenen Ausdrucksweise hat in meinen Augen etwas mit Wertschätzung der Leser zu tun. Ich begreife einfach nicht, warum sich die meisten Teilnehmer der sozialen Netzwerke mit einem Grundwortschatz von vielleicht 100 Worten zufrieden geben. Auf der nächst niedrigeren Stufe finden wir dann nur noch Grunzlaute. Da muß doch mehr drin sein!

Ich kenne sogar einen Facebook User, der sich standhaft weigert, die einfachsten Grundlagen der Grammatik und der Satzlehre zu beachten, sich aber berufen fühlt, Bewerbungstrainings für junge Berufseinsteiger anzubieten. Nicht wahr? Da fällt einem kurzzeitig gar nichts ein.

Dabei habe ich noch gar nicht die Qualität der „Posts“ angesprochen. Aber das ist vielleicht ein Thema zu einem späteren Zeitpunkt.

Ich geh jez mit Hund raus. Ganzen Tag am Schreibtisch. Uff.