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Lichterfest 2014 ohne DLRG Beteiligung

titelt die Dewezet in ihrer Ausgabe vom 04. August 2014 und beschreibt in ihrem Artikel, dass sich der Veranstalter des Lichterfestes nicht mit dem DLRG Ortsverband Bodenwerder hinsichtlich der Kosten für den Sicherungseinsatz einigen konnte. Daraufhin kündigte der Vorsitzende des Ortsverbandes die Teilnahme am Lichterfest und setzt neben der Sicherungsaufgaben auch das Fackelschwimmen aus. Näheres zu diesem Bericht ist der Dewezet, Ausgabe Bodenwerder, zu entnehmen.

Daß sich der Ortsvereinsvorsitzende wenige Tage später in der Zeitung wieder „geläutert“ äußerte und nachdrücklich seine Nähe zu Bodenwerder unterstrich, will ich an dieser Stelle gar nicht kommentieren. Das Einlenken kann ja durchaus auf die politische Verbundenheit des Vorsitzenden mit Rat und Verwaltung der Stadt Bodenwerder zusammenhängen. Da bleibt kaum Luft zur öffentlichen Diskussion und Kritik.

Ich finde es schade und unverständlich, daß es soweit kommen mußte. Sofern diese Angelegenheit tatsächlich monetäre Hintergründe gehabt haben sollte, traue ich zumindest dem Vorsitzenden des DLRG Ortsvereins durchaus genügend Verhandlungsgeschick zu, um diese Affäre zu bereinigen. Der interessierte Leser muß nach den beiden Zeitungsartikeln den Eindruck haben, daß es bei dem Disput vermutlich nur um eine verhältnismäßig kleine, „überschaubare“ Summe gehandelt haben kann, denn die DLRG wollte ja noch verhandeln.

Klar ist, daß der Veranstalter des Lichterfestes die Kosten im Blick haben muß. Jedoch sollte man meinen, daß neben wirtschaftlichen Aspekten auch ein Interesse daran besteht, Vereinen die Mitarbeit, Organisation und Durchführung zu ermöglichen. Gerade auch in traditioneller Hinsicht; unterstützte die DLRG das Lichterfest doch seit vielen Jahren und das Fackelschwimmen gehörte einfach zu dieser Veranstaltung.

So sehr ich die Absage an die DLRG wirklich bedaure, so sehr empfinde ich es als absolut unberechtigt, darüber im Regionalblatt auch nur ein Wort zu verlieren. Denn was ist eigentlich passiert?

Der Ortsverband des DLRG, allen voran dessen Vorsitzender, erfährt nun womöglich erstmals, daß an einem Angebot kein Interesse besteht. Was macht der Kunde? Er geht woanders hin, über die Stadtgrenze hinaus. Im schlechtesten Fall ist dieser Kunde unwiderbringlich verloren. Ein Vorgang also, der den verbliebenen Einzelhändlern in der sog. Innenstadt fast täglich widerfährt – ohne jegliche mediale Aufmerksamkeit.

Die Berichterstattung öffnet hoffentlich vielen Einwohnern Bodenwerders die Augen über ihr eigenes Konsumverhalten. Die Entscheidung von Herrn Dreyer als Geschäftsführer des Verkehrsvereins ist ja nur ein Platzhalter für das Verhalten der Einwohner im Allgemeinen.

Der Unmut der Verbraucher / Kunden ist groß, wenn Einzelhändler wirtschaftlichen Zwängen folgend, ihre Sortimente anpassen und/oder teilweise aufgeben. Ganz zu Schweigen von geänderten Öffnungszeiten.

Genau die Kunden, die die nachlassende Attraktivität Bodenwerders als Einkaufsstadt beklagen („In Bodenwerder ist doch nix los, hier kann man ja auch nicht einkaufen.“), finden sich aber relativ schnell mit Beileidsbekundungen wieder ein, wenn ein Geschäft zum Räumungsverkauf anläßlich Geschäftsaufgabe schreitet und es satte Prozente hagelt.

Nichts für ungut, DLRG. Euren Ortsverein wird es auch weiterhin geben. Im Gegensatz zu den Einzelhändlern in der Innenstadt. Das Intermezzo wird vielen im Gedächtnis bleiben als das Jahr, in dem der Verein aus dem Lichterfest flog. Mehr nicht.

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